28 Etappen auf der zweiten Tour Belgique

Auch das Tausend macht sich schön: Schnell noch die leeren Schnapsflaschen raus...

Wer die zweite Tour Belgique am kommenden Freitag vollständig meistern will, braucht Qualitäten eines Hochleistungssportlers: 28 Kneipen und Clubs beteiligen sich mittlerweile am größten Happening im Belgischen Viertel. Wer jeden Event sehen und dabei nur ein einziges Kölsch trinken will, hat zur Aftershow-Party schon mehr als ein halbes Pittermännchen intus. Erst im April hatte Phillip Treudt, Chef im „Scheuen Reh“, zur Premiere geladen – und das Quartier platzte aus allen Nähten. Da auch der Herbsttermin bei feinstem Wetter stattfinden wird, könnte die Teilnehmerzahl von 7.000 leicht noch getoppt werden. Neue Etappen finden sich vor allem im „Südblock“: Die Kölschbar, Café Lomi und Café Central sind erstmals dabei.

Jede Tour braucht einen Tourvater. Philipp Treudt ist für die Tour Belgique, was Henri Desgranges für die Tour de France war.

„Die Lindenstraße hat es nicht leicht“, grinst Philipp Treudt und nippt am Milchkaffee, „sie ist nicht richtig Rathenauviertel und ins Belgische gehört sie eigentlich auch nur mit etwas gutem Willen.“ Daher hat er darauf geachtet, dass es einen richtigen Parcours im südlichen Viertel gibt. „Ansonsten machen natürlich die mit, die letztes Mal auch schon dabei waren.“ Und das sind so verschiedene Orte wie die Artyfarty Gallery, die unprätentiöse Bierschwemme Low Budget, die überaus angesagte Barracuda Bar, aber auch waschechte Opakneipen wie das Bierstüffje an der Bismarckstraße, das eine Neuauflage seiner Karaoke-Nacht durchzieht. „Es war unglaublich“, erinnert sich Treudt, „das Ding war so knüppelvoll wie die ganzen anderen Läden, alles war am Singen und Tanzen“.

Hat sich schon im Juli schön gemacht: Hausnummer 66

Inspiriert zur Tour Belgique hat ihn das Ehrenfeld-Hopping, das dieses Jahr bereits zum 12. Mal stattfindet. „Das organisiert ausgerechnet der Chef von der Wohngemeinschaft, die ja eindeutig hier im Viertel ist. Da dachte ich mir, wieso haben wir das eigentlich nicht auch?“ Der Rest war schnell gemacht: Die meisten befreundeten Kneipen sagten sofort ihre Teilnahme zu und freuten sich über jemanden, der die Organisation übernimmt. „Ich bin ja sogar studierter Eventmanager“, lacht Treudt, „sehr viel Arbeit ist es trotzdem. Aber die Tour ist großartig.“ Einen Shuttle wie in Ehrenfeld ist im Belgischen Viertel nicht nötig, auch DJs haben die meisten Läden selbst an der Hand, aber trotzdem blieb genügend zu tun. „Allein das Programm aufzustellen war schon anstrengend. Wer da alles im letzten Moment noch mitmachen wollte.“ Höhepunkt ist die Aftershow-Party im Stadtgarten, bei der Treudt auf regen Besuch hofft. „Das letzte Mal herrschten hier an die dreißig Grad, da wurde natürlich auf dem Brüsseler Platz weitergefeiert. Diesmal wird die Nacht deutlich kühler.“

Das Subway macht den "Aachener Block" komplett.

Die Tour Belgique ist als große Party vom Viertel für das Viertel gedacht. Daher sind die Vermarktungsaktivitäten auch nicht so immens wie in Ehrenfeld. „Wir haben die StadtRevue als Medienpartner, die sitzen ja auch mittendrin“, sagt Treudt, „dazu gibt es natürlich die Plakate, und ansonsten spricht sich das natürlich ordentlich herum. Aber wir wollen nicht unbedingt die Touristenmassen hierhin locken.“ In Ehrenfeld gehe es nicht zuletzt auch darum, mehr Publikum in die Kneipen zu locken. „Das Problem haben wir bei uns nicht“, lacht Treudt, „wer hier nicht alles falsch macht, bekommt seinen Laden schon voll.“

Das Programm kann sich sehen lassen. Fast überall ist ein Live-Auftritt angekündigt, danach übernehmen die DJs die Regie. Zielgruppengerecht versorgt der Goldene Schuss seine Kundschaft mit Live-Berichterstattung aus der Bundesliga, in der Venloer Stube legt man 70er- und 80er-Schlager auf. Die Wohngemeinschaft bittet zum Poetry Slam und in der Hausnummer 66 auf der Aachener Straße werden die Türen bis 3 Uhr morgens aufgehalten. Auch das Gewölbe im Westbahnhof hat wieder geöffnet – die nördlichste Etappe auf der Tour.

 

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